Chronik: Geschichte von 1917 bis 2007
Von 1917 – Ende des II. Weltkrieges
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Die Wiege des Senziger Fußballs steht im Kriegsjahr 1917, als drei Jugendliche namens Willi Werth, Willi Krüger und Otto Grunow den ersten Senziger Sportverein mit dem treffenden Namen “Hoffnung” gründeten. 1921 erfolgte die Umbennenung in “Südstern”, man war Mitglied des Arbeiter Turn- und Sportbundes und der erste Senziger Sportplatz befand sich auf dem ehemaligen Ziegeleigeländes an der Chausse. 1933 wurde die SG Südstern von den Nazis enteignet. Bälle, Löeidung und Spielerpässe mußten der Polizei übergeben werden.
Die Funktionäre der SG standen unter Polizeikontrolle. Ein neuer Verein “Schwarz-Weiß” wurde gegründet, in dem jedoch nicht alle “Südsterne” spielberechtigt waren, so daß viele Spieler zu anderen Vereinen abwanderten. Doch “Schwarz-Weiß” hatte keine lange Lebensdauer, denn mit der Parzellierung des Ziegeleigeländes verschwand auch der Sportplatz. |
| von links: K. Springer, E. Hetzer, W. Friedewald |
Senzig war schon immer ein heißes Pflaster für Schiedsrichter. Aus der Fuwo Nr. 42 vom 17. Oktober 1934 stammt eine Notiz, wonach ein Senziger Zuschauer einen Schiedsrichter, der allzu sehr “Heil Hitler” strapazierte, durch “einen Fautschlag ins Gesicht” zu Boden streckte und sich danach Spieler und Zuschauer schützend vor den “Täter” stellten.
Die SG Südstern nach Kriegsende bis heute

Senzig brauchte einen neuen Sportplatz, der als Provisorium an der Ringstraße entstand. In der ersten Männermannschaft nach dem Kriege spielten sogar 14jährige, denn viele Sportsfreunde wie Gustav Lehmann, Alfred Hoyni oder Fritz Stöpper ließen im 2. Weltkrieg ihr Leben, andere waren noch nicht wieder aus der Gefangenschaft zurück. Mit geborgten Töppen und aus Bettlaken genähten Schnürsenkeln ging es in die ersten Spiele. Das war in Kablow-Ziegelei, wohin man noch zu Fuß gelangte.
Ab 1946 gab es dann wieder einen regulären Spielbetrieb.
Im Jahre 1977 eingeweihten Sportplatz “Wiesengrund” steckten z.B. 10 000 Aufbaustunden Senziger Sportler, die 75 000 Mark der 130.000 Baukosten selbst erwirtschafteten. Oder, genannt sei Edith Wörpel, die Senziger Fußballmutter, die seit Jahrzehnten die Spielerkluften sämtlicher Mannschaften wäscht und flickt. Ohne sie hätte der Senziger Fußball Woche für Woche ziemlich nackt dagestanden.
Sportliche Erfolge hatten die Senziger Südsterne wenig zu feiern, was der Lust am Fußball jedoch keinen Abbruch tat. 1969 wurde man Kreismeister und stieg für ein einjähriges Gastspiel in die Bezirksklasse auf. In den 70er Jahren dümpelte man stets am Tabellenende der 1. Kreisklasse vor sich hin, immer haarscharf am Abstieg vorbei, den die SG jedoch 1981 ereilte. Erst als 1985 der heutige Coach Klaus Schmidt das Zepter übernahm, ging es wieder bergauf. Aufstieg 1986 in die 1. Kreisklasse, in der man sich seither im oberen Mittelfeld etablieren konnte.
Zusammengetragen und verfaßt vom D. Jahnke und F. Frenzel
